Kranke Comics - Die Ausstellung

Klaus Cornfield

 

30.11.2018  19:30 Uhr  Ausstellungseröffnung mit Lesung

11.01.2018  19:30 Uhr  LAGE Besprechung mit Konzert

 

Öffnungszeiten: Dienstag und Donnerstag von 16 bis 19 Uhr u.n. Vereinbarung

 

Klaus Cornfield: Kranke Comics - Die Ausstellung - Nur für Erwachsene!

 

https://krankecomics.de.tl

Bringt euch in Sicherheit, die böse Seite der Comics kommt nach Berlin! Aus Anlass der Herausgabe des 430 Seitigen Sammelbandes

„Das gesammelten Elend“ seiner Serie „Kranke Comics“ beim Weissblech Verlag, hat Klaus Cornfield 16 brandneue Bilder im Format 50 x 50 cm gemalt. Die Motive reichen von zuckersüß bis pornös, gewalttätig und ekelhaft albern. Zarte Gemüter sollten es sich dreimal überlegen, ob sie sich dem aussetzen. Der Buchaufdruck „Für keine Altersstufe empfohlen“ ist (als einziges) kein Witz!

 

Klaus Cornfield ist Musiker und Comic-Zeichner und lebt mit seinem dunkelbraunen Kater im Prenzlauer Berg. Seit Mitte der achtziger Jahre gründete er mehrere Bands, „Throw That Beat in the Garbagecan“, „Katze“ und das „Orchestre Miniature in the Park“.

In der deutschen Comicszene ist er vor allem für seine Serie „Kranke Comics“ berüchtigt, in der sich bereits seit Mitte der Neunziger disneyhafte Tierfiguren als amoralische Triebtäter und drogensüchtige Widerlinge gegenseitig an mehr als nur ihre Gurgeln gehen.

 

Timor Vernes, (Autor - „Er ist wieder da“) schrieb dazu auf Spiegel Online :

„Also, jetzt wird's richtig heftig. Sogar regelrecht widerlich. Ekelerregend. Aber trotzdem: gut. Und auch sehr, sehr komisch. Schon gut, das klingt unglaubwürdig, doch ich versichere: Das geht, wenn auch nicht oft.

 

Beispielsweise im soeben völlig unerwartet erschienenen Sammelband der "Kranken Comics" von Klaus Cornfield. Der Verlag "Weissblech Comics" hat die in den Neunzigerjahren veröffentlichten acht Hefte wieder herausgebracht, das nie erschienene neunte Heft und ein paar Bonusspezialitäten dazugeheftet, mitbewundernswerter Risikobereitschaft: Denn rein unternehmerisch muss das Projekt ein Wagnis sein, die "Kranken Comics" sind nichts weniger als eine grenzenlose Zumutung.

 

Es gibt keinen Eiterpickel, der Akne-Jürgen nicht im unpassendsten Moment aufplatzt, und ich bin hier noch zurückhaltend. Cornfield zeigt, was Hemmungslosigkeit wirklich bedeutet, er löst die Handbremse nicht nur, er schmeißt sie aus dem Fenster, zusammen mit dem Erste-Hilfe-Kasten, dem Sicherheitsgurt und dem Warndreieck. Aber zugegeben, Provokation gibt's ja öfter - warum sind ausgerechnet die "Kranken Comics" auch gut?

Erstens ist das ganze keine verklemmte "Liebesgrüße aus der Lederhose"-Angelegenheit, denn der ganze nackte Wahnsinn ist trotz seiner Detailtreue als Porno völlig ungenießbar. Zweitens ist Cornfield in seinem Witz genauso erbarmungslos wie in seiner Sudelei: Wenn der süchtigen Hure Nini zu ihrer erneuten Schwangerschaft mit der Nadel im Arm nur einfällt: "Fuck, jetzt darf ich wieder für zwei drücken", dann kapitulieren bei mir einfach sämtliche Filter im Kopf unter der schier absurden Menge geballten Drecks.“

 

 Achim Schnurrer  (Autor und Ehem. Herausgeber von Schwermetall und U-Comics) dazu in einer Rezension von 1997: „Dabei macht der Klaus doch - auf den ersten Blick - so einen netten Eindruck!“

 

Den Rahmen des Entsetzens bilden jedoch immer wieder die kleinen Episoden um „Fou-fou und Haha“, die uns vorleben was es heisst lieb zu sein. Die hochemphatischen Bärchenwesen geben dem Leser die eigentliche Botschaft Cornfields mit auf den Weg, die da lautet: „Seit wie Fou-fou und Haha“.

 

Neben 16 grossformatigen Bildern gibt es ausserdem eine Auswahl von lustigen Pappausstellern zu sehen, die seit 2017 vom Künstler zur Promotion seines „Werkes“ eingesetzt werden. Die Comics sind als Buch- und Heftausgaben vor Ort erhältlich. Die Bilder und Aufstellfiguren sind verkäuflich - Preisliste hängt aus.

 

 

(Spiegelartikel gekürzt - Vollständiger Artikel: http://www.spiegel.de/kultur/literatur/klaus-cornfield-kranke-comics-eine-absurde-menge-geballter-dreck-a-1212453.html )